Die Gefahr hinter Ego Shootern

Wie gefährlich sind die Auswirkungen von Ego Shootern?

Jugendliche und teils sogar Kinder werden schon im sehr frühen Alter mit dem Kriegsthema, Waffen und Gewalt konfrontiert. Besonders durch etwaige Computerspiele stehen sie mit diesen Themen in enger Verbindung. Aufgrund kürzlicher Geschehnisse wie dem Amoklauf in München, welcher von einem Jungen durchgeführt worden ist, der langjährig den Ego Shooter Counter Strike spielte, fürchten Eltern immer mehr, dass diese Spiele auch ihre Kinder auf falsche Gedanken bringen könnten. Auch der IS nutzte erst kürzlich Ausschnitte aus Ego Shootern als Teil seiner Propaganda. Die Medien schieben die alleinige Schuld der Gewalttaten auf die beliebten Killerspiele. Damit ist das Thema der Gefahren der Killerspiele vor allem in Deutschland wieder in den Fokus gerückt. Was wirklich dahinter steckt und wie gefährlich diese Art von Spielen für die Kinder und Jugendliche sein kann, schauen wir uns in diesem Artikel genauer an.

Der Reiz der Killerspiele

Kindern und Jugendlichen wird in der virtuellen Welt die Möglichkeit gegeben, ihre Kraft und ihre Stärken zu zeigen und sich für das eigene Land, die eigene Mannschaft einzusetzen und das Böse zu bekämpfen. Das Gefährliche daran ist, dass Kindern und Jugendlichen die Gefahr dahinter nicht wirklich bewusst ist und sie teilweise ein so großes Interesse dafür aufbauen, dass sie ihre Erfahrungen beim Spielen in ihren Schul- und Freundeskreisen verbreiten möchten. Kinder bekommen auf diese Art und Weise gar nicht mi

t, um was für ein ernsthaftes Thema es sich eigentlich handelt. Den Kindern werden falsche Erwartungen von der Wirklichkeit geboten. Nicht selten kann es schwer für die Eltern werden, die Kinder zurück in die Realität zu holen.

Der teils stundenlange Zeitvertreib der heutigen Jugend

 

Wo hört der Spaß auf?

Ist es in Ordnung, wenn Kinder mit ihren Freunden einen Krieg nachstellen? Spielen, sich gegenseitig abzuknallen? Eigentlich würden wir sagen ja, denn schließlich lernen sie auch Indianer, Cowboys und Ritter in Märchen kennen, die gegen das Böse ankämpfen, um es zu beseitigen und für Frieden zu sorgen. Hier stehen die Krieger im Endeffekt schließlich auch als Helden dar. Es kommt allerdings auf den Ausmaß an, in dem Kinder spielen. Gerade bei Ego Shootern fließt übermäßig viel Blut. Kann sich das womöglich auf die eigene Gewalt und Aggressivität der Kinder auswirken? Zumindest wird in diesen oft die Schuld gesucht. Die meisten Spiele sind heute nur ab einem bestimmten Alter erhältlich. Die deutschen Sicherheitsmaßnahmen stehen im Vergleich zu den Schutzmaßnahmen anderer Länder wirklich gut. Allerdings sind diese in der heutigen digitalen Welt schnell zu umgehen. Die Generation hat sich geändert. Kinder und Jugendliche haben heutzutage viel leichteren Zugang als sie es damals hatten. Während frühere Generationen zum Beispiel nur eine begrenzte Zeit pro Tag oder gar pro Woche an den Computer durften und erst im späten Alter ein eigenes Handy erhalten haben, werden Kinder und Jugendliche der heutigen Generation bereits im frühen Alter mit eigenem Smartphone und Laptop ausgestattet. Einen wirklichen Überblick, was die Kinder darauf treiben, haben die Eltern kaum noch. Dazu kommt, dass es nie leichter gewesen ist, online an Ego-Shooter, gewalttätige Videos oder Filme ohne Jugendfreigabe zu kommen. Da die Kinder und Jugendlichen bereits sehr früh mit der Technologie in Verbindung geraten, lernen sie schnell damit umzugehen und sind meist deutlich schlauer als die eigenen Eltern.

Ein falsches Bild von Ego Shootern?

Ist es wirklich wahr, dass Ego Shooter einen Einfluss auf die Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen haben? Medien und Eltern beantworten diese Frage oft unüberlegt mit ja. Es ist natürlich auch viel einfacher, die Schuld in einem Spiel zu suchen, anstatt näher darauf einzugehen, was einen Jugendlichen zu einer Gewalttat gebracht hat. Experten verneinen den Einfluss von Ego Shootern auf die Gewaltbereitschaft. Meistens hängen durchgeführte Gewalttaten mit der Persönlichkeit und den familiären Verhältnissen zusammen. Es ist nicht fragwürdig, dass für einen Jugendlichen, der einsam ist und eine instabile Psyche besitzt, der stundenlange Zeitvertreib mit den sogenannten Killerspielen nicht der beste ist und bei übermäßigem Konsum durchaus die Gewaltbereitschaft verstärken kann. Allerdings wird ein Spiel niemals alleinige Ursache für ein Gewaltverbrechen sein. Es wurde bereits belegt, dass es keinen Unterschied macht, ob ein Täter vor Ausbruch seiner Gewalt Ego Shooter gespielt hat oder nicht. Eine solche Tat ist meist lange im Voraus geplant und wird nicht durch ein einfaches Spiel ausgelöst. Spieler können laut Experten sehr gut zwischen der Realität und einem Computerspiel unterscheiden. Durch die Fakten, welche von Experten hervorgebracht werden, ist auch das Verbot von Gewaltspielen, für welches lange Zeit gekämpft wurde, nicht durchgekommen.

Eltern sollten sich in jedem Fall mit der richtigen Fürsorge beschäftigen. Einen Überblick darüber zu haben, was das eigene Kind am Computer anstellt und wie lange es damit Zeit verbringt, ist nicht verkehrt. Bevor die Schuld eines auffälligen Verhaltens bei einem Spiel gesucht wird, gilt es sich mit viel wichtigeren Aspekten, wie dem sozialen Umfeld des Kindes zu beschäftigen. Aus diesem Weg können befürchtete Folgen schnell verhindert werden.

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